Pünktlich zum Ferienbeginn in Bayern sollte es wie jedes Jahr an den Sundhäuser See zum Tauchen gehen. Bietet doch der See alles was das Taucherherz begehrt. Von kurzen Wegen zum Füllen der Flaschen über diverse Wracks(Charlotte 1 bis X) bis hin zu neuen Übungsplattformen. Somit ist der See bestens geeignet unseren drei Tauchanfängern Ronja, Hai und Julius die Schönheiten der Sundhäuser Unterwasserwelt näher zu bringen. Aber langsam. Die Vorhut bildeten Freitag abend bei angenehm warmen 36 Grad im Schatten Maria und Steffen. Wollte doch Maria am Samstag ihre Apnoefähigkeiten unter Beweis stellen und mit ihren letzten Übungen einen weiteren Stern am Taucherhimmel erobern.

Freitag 26. Juli: Somit wurde Freitag abend an der neuen Plattform am Einstieg 3 ausgiebig Apnoe geübt. Das ganze wurde dann mit einem schönen Nachttauchgang beschlossen. Dieser führte von Einstieg 2 zu Nordhusia, wieder zurück, vorbei an den neu geschaffenen Figuren bis zum Einstieg 3. Neben unzähligen Krebsen konnten Hechte und Barsche beim Jagen beobachtet werden. Ebenso waren Unmengen an Jungfischen anzutreffen. Kurz vor Mitternacht war klar: der Tauchgang war super.

Samstag 30. Juli: Am nächsten Morgen vervollstandigte sich dann die Truppe. Ab jetzt genossen wir die Tauchgänge zu sechst. Bevor dies passieren konnte, durfte Maria ihre Rettungsfähigkeiten unter Beweis stellen. Nachdem unser TL2 Stefan zufrieden war, fiel Maria ein riesengroßer Stein vom Herzen. Mir übrigens auch. Haben Maria und ich doch im Vorfeld einiges an Vorbereitung in diese Übungen gesteckt. Jetzt hieß es mit drei hoch motivierten Anfängern tauchen gehen. Sinnvollerweise bildeten wir Zweierteams. Maria und Hai, Julius und Steffen sowie Ronja und Stefan.

Maria als angehende CMAS*** Taucherin durfte die nun folgenden Tauchgänge briefen und natürlich auch führen. Unser erster Tauchgang sollte uns zu den neu geschaffenen Figuren führen. Das heißt, einsteigen am Einstieg 2, nordhausen und sich in östllicher Richtung zu den Figuren vortasten. Schon jetzt merkte man, dass es gar nicht so leicht ist eine Gruppe von 3 Zweierteams zusammenzuhalten. Maria und Hai gaben die Richtung vor und bemühten sich bei Sichtweiten von ca. 7m keinen zu verlieren. Für Julius war es der erste Freiwassertauchgang nach seinem CMAS*. Und ich als sein Buddy muss sagen, er hat das super gemacht. Somit konnten alle die Figuren bewundern, welche auf einem Kamm im See zwischen 3m Tiefe bis 13m Tiefe stehen. Nach ca. 50min tauchten auch alle wieder auf und waren sich einig: Wir wollen mehr. Gesagt getan. Nach einer angemessenen Oberflächenpause ging es nach Nordhusia. Hier durfte natürlich wie immer die Runde über die 2 Plattformen nicht fehlen. Danach kann niemand mehr behaupten keine Krebse gesehen zu haben. Zwischen den Plattformen gab es im Kraut einige Hechte und Barsche. Und in Nordusia unzählige Dreikantmuscheln welche die Dächer der beiden Bauernhäuser von innen besiedeln. Nach knappen 60min war jedem klar. Das müssen wir uns bei Nacht noch einmal ansehen. Nach der obligatorischen Oberflächenpause und einem Besuch beim Westerngrill starteten wir erneut gegen 22:15Uhr zum Nachttauchgang. Auch hier ging es über die 2 Plattformen nach Nordhusia. Jetzt konnte ganz sicher niemand mehr behaupten keine Krebse gesehen zu haben. Natürlich sehen Kirche, Bauernhäuser und Friedhof des Nachts im Schein der Unterwasserlampe noch viel geheimnisvoller aus. Unsere beiden Nachttachneulinge Hai und Julius mussten förmlich aus dem Wasser getrieben werden so fasziniernd war alles. Mit diesen Eindrücken verstauten wir unsere Sachen um zur Unterkunft zu fahren.

Sonntag 31. Juli: Am Sonntag stand als erstes Charlotte 3 auf dem Programm. Dieser Kutter liegt auf ca. 20m Tiefe. Am besten lässt er sich natürlich vom Einstieg 3 betauchen. Dieser Tauchgang ist für Anfänger etwas anspruchsvoller, beinhaltet er schließlich einen Freiwasserabstieg. Somit wurde beschlossen an der Oberfläche bis zur Markierungsboje zu schwimmen und deren Leine als Abstiegshilfe zu benutzen. Der Kutter selbst ist natürlich mit Muscheln und Süßwasserschwämmen bewachsen. Auch das Führerhaus kann betaucht werden. Von das aus ging es dann wieder Richtung Norden und im 6m Bereich zurück zum Einstieg 3.

Es kann schon als Tradition angesehen werden, dass wir den letzten Tauchgang hinten am Einstieg 2 oder 2a machen. Gibts doch hier mit viel Glück ein paar Karpfen. Gesagt getan. Wir ziehen zum Einstieg 2a um, um dort dieses schöne Tauchwochenende zu beschließen. Doch vor diesem letzen Tauchgang gibts noch einen offiziellen Akt. Wir alle können Maria zum dritten Stern gratulieren. Und da sie das ja jetzt schon das ganze Wochendene macht, darf sie uns per Kompaßkurs zum Segelboot Charlotte 1 führen. Bei den aktuellen Sichtverhältnissen eine Herausforderung. Aber Maria findet das Segelboot. Dieses ist mittlerweile schon ganz schön eingewachsen. Ab hier darf ich den Tauchgang führen. Auf dem halben Rückweg trauen wir unseren Augen nicht. Schwimmt doch einfach so ein ziemlich großer Wels vor uns vorbei. Julius schaut mich mit großen Augen an. Er hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet so große Fische hier zu treffen, ich hoffe nur, dass er einfach weiteratmet. Aber das Highlight sind die großen Karpfen. Hai und Julius kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Da werden glatt die Hechte die sich gegenseitig Jagen zur Nebensache. Nachdem wir alle einen Blick in die 'Wohnstube' der Karpfen geworfen haben ist auch dieser Tauchgang nach rund 60min zu Ende.

Jetzt steht Zusammenpacken und Heimfahren an. Alle sind sich einig, dass es ein schönes Tauchwochenende war. Wir hatten alle viel Spaß. Vielleicht können wir das nächstes Jahr wieder machen.

Steffen